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Quintessenz Zahnmedizin
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Quintessenz 56 (2005), Nr. 3     4. Mär. 2005
Quintessenz 56 (2005), Nr. 3  (04.03.2005)

KINDERZAHNHEILKUNDE UND KIEFERORTHOPÄDIE, Seite 267-278


Versiegelung von kariösem Dentin im Milchgebiss
Ein Fallbericht
Tuna-Meyer, Arzu / Haak, Rainer / Wicht, Michael J. / Noack, Michael Johannes
Bei unkooperativen Kindern mit profunden kariösen Läsionen stehen die Behandler häufig vor einem Dilemma. Einerseits ist meist bereits in der ersten Sitzung eine invasive Behandlung geboten, andererseits wäre zur Vertrauensbildung zunächst ein möglichst behutsames Heranführen an die Behandlung angezeigt. Besonders pulpanahe Defekte erfordern schon in dieser ersten Kontaktsituation während der klassischen rotierenden Exkavation eine Anästhesie, um Schmerzen zu vermeiden. Darüber hinaus besteht ein erhebliches Risiko, die Pulpa zu eröffnen, was weitere, für das Kind unangenehme Behandlungsmaßnahmen nach sich zöge. Die vorliegende Kasuistik beschreibt für dieses Szenario eine atraumatische Behandlungsstrategie während der Desensibilisierungsphase eines primär unkooperativen Kindes. Die ausgeprägten kariösen Dentinläsionen der Milchzähne wurden mit Handexkavatoren nur unvollständig exkaviert und anschließend im Sinne einer Versiegelung mit einem Kompositmaterial adhäsiv überschichtet. Kausaltherapeutisch wurden begleitend die hohen Keimzahlen kariespathogener Mikroorganismen, die im dentalen Biofilm und im Speichel nachweisbar waren, u. a. mit einem chlorhexidinhaltigen Gel behandelt. Bis zum Zeitpunkt der Exfoliation blieben alle Restaurationen in situ. Keiner der versorgten Zähne zeigte in der Folge klinische Symptome. Es konnte ferner klinisch keine Progression der kariösen Läsionen verzeichnet werden. Alle nachfolgend durchbrechenden bleibenden Zähne blieben im Beobachtungszeitraum während der Erhaltungsphase kariesfrei. Der Erfolg der Versiegelung aktiver kariöser Dentinläsionen unter Verwendung adhäsiver Restaurationstechniken wird hier an einem praktischen Fallbeispiel im Einklang mit zahlreichen klinischen Studien demonstriert. Es wurde ein klinisch stabiles Resultat erreicht, und durch gezieltes Belassen des kariösen Dentins ließ sich eine Perforation der Pulpenkava vermeide. Darüber hinaus konnte aufgrund des behutsamen Vorgehens auf eine Allgemeinanästhesie verzichtet werden.

Schlagwörter: Unkooperatives Verhalten, Desensibilisierung, Milchzahnkaries, Kariesrisiko, Versiegelung kariösen Dentins
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