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Quintessenz Zahnmedizin
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Quintessenz 56 (2005), Nr. 5     12. Mai 2005
Quintessenz 56 (2005), Nr. 5  (12.05.2005)

ORALCHIRURGIE / ORALE MEDIZIN, Seite 473-488


Früherkennung potenziell maligner Erkrankungen der Mundschleimhaut
Scheifele, Christian/Reichart, Peter A.
Für die Früherkennung potenziell maligner Mundschleimhauterkrankungen in der zahnärztlichen Praxis sind folgende Punkte von Bedeutung: Anamnese, extra- und intraoraler Befund, Befunddokumentation, vorläufige Diagnose, Abklärung der Dignität, definitive Diagnose und Nachkontrolle. In der Anamnese wird nach dem Vorliegen von Risikofaktoren für Mundhöhlenkarzinome gesucht. Hier sind neben den klassischen Faktoren Tabak und Alkohol heute u. a. auch Mangelernährung, HPV-Infektion und Immunsuppression zu nennen. Der klinische Befund und damit die visuelle Detektion von Veränderungen ist noch immer das einzige Mittel zur Früherkennung, da genetische Marker zur Erkennung präkanzeröser Läsionen auf klinisch unveränderter Schleimhaut in der zahnärztlichen Praxis noch nicht einsatzfähig sind. Die häufigsten präkanzerösen Befunde in Mitteleuropa umfassen den Lichen planus, die Leukoplakie, die Erythroplakie und die aktinische Cheilitis. Es ist sinnvoll, Befunde und speziell Biopsieorte fotografisch zu dokumentieren. Das Konzept der vorläufigen Diagnose und die Klassifikation von Leukoplakien in homogene und inhomogene Formen erlauben es, Empfehlungen zum Procedere und vor allem zum richtigen Zeitpunkt einer Biopsie zu geben. Zur Abklärung der Dignität ist die Inzisionsbiopsie in der zahnärztlichen Praxis nach wie vor erforderlich. Abstrichtechniken zur Exfoliativzytologie (OralCDx, ORCA-Brush) können bei homogenen Leukoplakien von Rauchern bereits heute eingesetzt werden. Dies betrifft die Erstvorstellung des Patienten sowie Verlaufskontrollen bei denjenigen Patienten, deren Befunde nach Aufgabe des Tabakkonsums eine Verbesserung zeigen. Eine endgültige Diagnose für präkanzeröse Läsionen gibt es nicht. Die definitive Diagnose bestimmt daher Art und Umfang der Therapie, aber eine regelmäßige Kontrolle ist, vor allem bei persistierenden Noxen, immer erforderlich. Früherkennungsmaßnahmen gegen Mundkrebs sollten Bestandteil eines lege artis geführten Praxiskonzeptes sein und empfehlen sich, wie neuere amerikanische Literatur zeigt, nicht zuletzt auch zur Vermeidung von Schadenersatzforderungen.

Schlagwörter: Präkanzeröse Läsionen, Leukoplakie, Erythroplakie, Lichen planus, Mundkrebs
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