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Quintessenz Zahnmedizin
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Quintessenz 56 (2005), Nr. 8     5. Aug. 2005
Quintessenz 56 (2005), Nr. 8  (05.08.2005)

ORALCHIRURGIE / ORALE MEDIZIN, Seite 775-779


Fremdkörperinkorporation als Ursache einer Entzündungssymptomatik im Kopf-Hals-Bereich
Hermes, Dirk / Schweiger, Ulrich / Warnecke, Kirsten K. / Trübger, Daniel / Hakim, Samer George / Sieg, Peter
Eine 24-jährige Patientin wurde nach Auftreten einer infraaurikulären Schwellung in der mund-, kiefer- und gesichtschirurgischen Poliklinik vorgestellt. Die lokale Revision identifizierte zwei metallische Fremdkörper als Ursache der entzündlichen Weichteilsymptomatik. Bei anamnestischem Vorliegen einer Borderline-Persönlichkeitsstörung wurde zum Ausschluss weiterer Fremdkörper eine entsprechende Röntgendiagnostik durchgeführt. Es ließen sich multiple metallische Fremdkörper im Bereich des Kopfes, des Halses und der Unterarme darstellen, von denen nach intensiver interdisziplinärer Abstimmung 89 in erster Sitzung chirurgisch entfernt wurden. Im postoperativen Verlauf inkorporierte die Patientin erneut mehrfach Fremdkörper. Borderline-Persönlichkeitsstörungen stellen eine häufigere psychiatrische Erkrankung dar, die mit typischen selbstschädigenden Verhaltensmustern wie der Inkorporation von Fremdkörpern einhergeht. Im Kopf-Hals-Bereich kann diese Form der Autoaggression zu primär oder sekundär entzündlichen Komplikationen führen. Derartige fremdkörperbedingte Symptome im Kopf-Hals-Bereich können betroffene Patienten durchaus veranlassen, zunächst einen Zahnmediziner zu konsultieren. Deshalb sollten Zahnärzte bei entzündlichen und nicht sicher dentogenen Foci zuzuordnenden extra- und intraoralen Weichteilveränderungen grundsätzlich auch die Möglichkeit einer akzidentellen, iatrogenen oder autoaggressiven Fremdkörperinkorporation bedenken.

Schlagwörter: Fremdkörperinkorporation, entzündliche Komplikation, Weichteilinfektion, Borderline-Persönlichkeitsstörung, Autoaggression
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